| Spam overkill |
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Es lauert überall..... Bekommt Ihr auch öfters Post? Ich auch! Allerdings sind die Zeiten vorbei, wo man sich darüber gefreut hat. Damals war ja alles besser, da erkannte man idiotische Post noch an bunten Aufdrucken und man konnte sie sogar mit einem einfachen Filter abwimmel: Ein einfaches "bitte keine Werbung einwerfen" Schild am Briefkasten genügte, schon gabs nur noch als offizielle Post getarnte Werbung aber die nervigen Werbefetzen für farbenblinde Schnäppchenjäger blieben aus; die haben schliesslich damals noch 90 % der Werbung dargestellt. Heute, Im Jahr 2009 sind wir da viel fortschrittlicher. Wir nicht, die Werbefuzzis zumindest. Wir haben nämlich schliesslich E-mail und alles wird dadurch erheblich einfacher. Auch das Zumüllen. Täglich bekomme ich trotz extrem scharfer Spamfiltereinstellung, die quasi alles totsiebt - immernoch täglich neue, multiple Aufforderungen, meinen Penis zu verlängern, kiloweise Viagra zu schlucken, mich mit gefakten Uhren zu behängen oder auch auffällig günstige "original" Software zu Spottpreisen auf meinen PC zu laden. Wäre ich allen Penisverlängerungen nachgekommen, die Länge meines bestes Stückes würde sich wahrscheinlich im fünfstelligen Kilometerbereich bewegen. Dann würde auch klar, wozu die Tonnen von Viagra nötig wären, denn mit normaler Potenz würde man so ein Teil niemals hochkriegen. Aber wozu auch? Kein Organismus dieser Welt hätte auch nur den Geringsten Vorteil davon. So verbringe ich Tag für Tag vor dem PC und verschwende meine kostbare Lebenszeit dazu, diesen immer wiederkehrenden Schwachsinn zu löschen; meine Filterfunktionen abzuändern und mein vor Spam überquellendes Gästebuch umzukonfigurieren. Als sei das alles nicht genug, wird man aber nicht nur mit harmlosen Spammails beschossen, nein, es drohen auch Viren, Spionageprogramme und andere Spyprogs, die einem das Leben zur Hölle machen können. Erst kürzlich dachte ich, ich hätte im Vorbeigehen im Augenwinkel bei mir in der Küche einen Trojaner gesehen, der sich blitzschnell hinter die Tür verzog. Nachdem ich mit der Taschenlampe schweissgebadet die Küche gecheckt hatte, wollte ich kein weiteres Risiko eingehen und zog klitschnass geschwitzt den Stecker meines PCs. Vor dem Zubettgehen überprüfe ich seit geraumer Zeit den Schlafzimmerschrank nach Spyware (insbesondere die Sockenabteilung, keine Ahnung warum, ist nur so ein Gefühl), der Mikrowellenherd wird täglich neu gebootet (Abziehen vom Stromnetz ist ganz wichtig, denn es gibt ja bereits Internet über die Steckdose...) und meinen microprozessorgesteuerten Fernseher, der ja am Kabel hängt wird auch abgeklemmt. Im Internet fand ich einen Virenscanner für Plasmabildschirme; ich war mir bloß nicht sicher, ob dieser vielleicht auch wieder eine Horde Trojaner mitinstalliert und ich bleibe vorerst bei der klassischen Version des Steckerziehens. Ich werde das Gefühl nicht los, der Trojaner ist immernoch hier und telefoniert tagsüber in meiner Abwesenheit mit meinem Festnetztelefon. Seit letzter Woche hat mein Nachbar W-LAN. Das ist mir überhaupt nicht recht denn schon kurz nach seiner letzten WLAN Party spielten meine Funkuhren und das Funkthermometer verrückt; wie sonst erklären sich im Winter Außentmperaturen im zweistelligen Celsius Bereich?!! Ausserdem startet mein Wagen seitdem morgens bei Nebel schlechter; man kann in diversen Foren nachlesen, dass WLAN hier der Übeltäter sein kann. Ich denke deshalb jetzt über abschirmende Bleiplatten sowie über eine Art Hauptschalter für meine gesamte Wohnung nach und plane bereits eine geheime Paniktaste für die WLAN verstrahlte Bude meines suspekten Nachbarn. An meinem Handy ist ab sofort Blauzahn permanent abgeschaltet, nachdem auch hier der Infektionen drohen; wenn überhaupt bin ich handymäßig im unsichtbar Mode und habe vorsichtshalber meine Rufnummer unterdrückt... Post bringe ich jetzt wieder selbst zum Briefkasten; der alte Trenchcoat vom Speicher mit hochgeklapptem Kragen tut wieder gute Dienste in diesen modenen Zeiten. Ich will kein Risiko eingehen...denn man kann ja nie wissen.....
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