| Die Juha Story |
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Eines schönen Abends fahren wir, also meine Frau und ich, zurück vom Griechen Richtung Heimat. Wie beim Griechen üblich, wird man ja bereits vor der Bestellung des Menüs derart mit Ouozo abgefüllt, dass man schon zu Beginn leichtes Augenkreisen bekommt. Zum Essen gibt’s natürlich dann den einen oder anderen leckeren Wein oder auch ein, zwei Bierchen, als knock-out Getränk gibt’s anschliessend, wie im Reich der Götter üblich, nochmals einen Ouozo oder Metaxa auf die Lampe hinterher. Leicht beduselt überlasse ich ergo meiner Frau (die prinzipiell keinen Alkohol trinkt) die Schlüssel für den Wagen und beschränkte mich auf die üblichen Tätigkeiten eines herumnölenden, leicht alkoholisierten Copiloten. Madame fährt an diesem regnerischen Abend recht forsch, was mir aber durchaus nichts ausmacht, denn nichts nervt mich mehr, als eine rentnermäßige Fahrweise, zumal wir in einem tiefergelegten, breit bereiften und akustisch mittels Sportauspuff aufgemotzten CRX ED 9 sitzen, mit dem wir uns mit langweiliger Fahrweise doppelt zum Affen machen als die spätpubertäre Tuningoptik des Wagens eh schon bewirkt. Als wir uns dann so allmählich der Schnellstrassenausfahrt nähern, die eine sehr langgezogene 270 ° Kurve ist, und bei Trockenheit mit einem Gefährt unserer Gattung gerademal so mit 85 km/h geht, frage ich mich noch, wo denn mein Pilot gedenkt, den Bremspunkt zu setzen, als sie mit 90 Sachen auf die Biegung vor uns zuhält. Bevor ich realisierte, dass der Bremspunkt heute abend komplett ausfällt, befinden wir uns auch schon in einem reinrassigen Drift auf regennasser Fahrbahn Richtung Kurvenäusseres. Plötzlich kommt rege Action in die Bude und von links mache ich im Augenwinkel geschäftiges Kurbeln am Ruder aus, gemischt mit einer unglaublichen Fussarbeit an den Pedalen. Tatsächlich schafft sie es, den Wagen derart abzubremsen und zu stabilisieren, dass wir nicht wie angenommen in den Acker fahren, sondern mehr oder weniger schräg und schliddernd in der Kurve zum Stillstand kommen. Als ich wieder zu atmen beginne, rückt meine Pilotin die Frisur zurecht, prüft den perfekten Sitz noch gekonnt im Rückspiegel und setzt (mit leicht feuchten Fingern wie sie später zugeben wird ) debil kichernd die Fahrt fort, als wäre nichts gewesen. Beeindruckt und nicht zuletzt dankbar, sowohl uns als auch das Auto lebend weiter geniessen zu dürfen, fällt mir nichts besseres ein als lakonisch folgenden Satz von mir zu geben:“Juha hätte das nicht besser machen können“. „Juha“??? „Juha, Kankkunen, der Rallyeweltmeister“. Der Name gefiel ihr so gut, dass fortan ich und sogar der Hund diesen Namen von ihr bekamen. Juha war also geboren, obwohl meine Nini ja eigentlich der Juha von uns ist, aber das war ihr eigentlich egal. Der Name gefällt mir übrigens auch sehr gut und von daher habe ich mir diesen Nickname jetzt für sämtliche Foren angeeignet.
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